03 August 2024

Neun Tage und neun Nächte ohne Frauchen

 

Das war das Ziel, dass ich im Juli neun Tage lang aushalten kann, von meinem Frauchen getrennt zu sein. Heute bin ich schon den vorletzten Tag bei meiner Sitterfrau und es hat alles gut geklappt. 

Ich bin bei weitem nicht mehr so ängstlich, wie ich zu Anfang war. Inzwischen können  ruhig Autotüren zugeschlagen werden, oder Rolläden runterrasseln - das macht mir keine Angst mehr.

An der Leine ziehen tu ich auch nicht mehr, wenn wir unterwegs sind, hab ich Zeit zum Schnüffeln und Pinkeln. Ich muss nicht mehr so schnell wie möglich nach Hause. Heute habe ich mich zum ersten Mal auf der kleinen Wiese neben dem Haus ausgiebig gewälzt. Dann bin ich aufgesprungen und hab die Sitterfrau angebellt, sie soll endlich mal mit mir spielen. Aber das kann sie nicht. Ich bin ja an der Leine.

Am Donnerstag hat es gedonnert. Da hab ich natürlich wieder das Panikhuhn raushängen lassen. Aber es gab nur einen einzigen Donner, darum hab ich mich auch relativ schnell wieder beruhigen können. Und dann passierte es am Donnerstag, dass die Sitterfrau plötzlich mit Armen und Beinen in der Luft rumschlug und auf dem Rücken in einer matschiegen Pfütze landete. Ich hab mich sehr erschreckt, bin aber bei ihr geblieben und hab gefragt: "Was machst du da?" Und sie saß unglücklich im Matsch und sagte nur: "Ach Beau, was für eine Scheiße!" Wir sind dann ganz langsam wieder nach Hause geschlichen, richtig schnell gehen konnte sie nicht mehr. Nein, ich hatte keine Schuld daran. Sie ist einfach mit dem Fuß umgeknickt, ausgerutscht und gefallen. Heute, am Samstag, ist es aber schon ein bisschen besser, aber nicht gut genug für längere Gassigänge.

Schon weil es so heiß war, waren die Gassis kurz und nur die nötigsten. Die Hitze machte die Tage für mich langweilig. Aber nach dem Sturz wurde es noch ein bisschen mehr langweilig. Sie hat mich aber immer wieder gelobt, dass ich nicht ziehe und so geduldig bin trotz Langeweile. Sie hat Fleischwurst-Suchspiele mit mir gemacht, zuhause. Und wir haben noch ein bisschen geübt, dass ich bei "Mitte" zwischen ihren Beinen absitze. Aber das muss ich noch öfter üben, ich verlier schnell die Geduld dabei und dann hört sie auf.

So ging also die Woche ganz schnell rum und inzwischen mag ich die Sitterfrau sehr gut leiden. Ich sag ihr, wenn ich schmusen will und dann krault sie mich und ich geb ihr Küsschen. 

 
Wenn sie im Keller war und wieder zurückkommt, freu ich mich fast so doll, als wenn Frauchen mich abholt. Ich spring dann um sie rum und belle. 

Wenn ich bei ihr zuhause bin, bin ich gar nicht mehr nervös. Ich habe meine Lieblingsplätze unterm Bett, unter der Bank und hinter ihrem Sessel. Seht ihr mich auf den Fotos?


Morgen werde ich dann wieder abgeholt. Aber ich hab noch mehr Termine, an denen ich bei meiner Sitterfrau sein werde.