Ich soll lernen, hin und wieder ohne mein Frauchen zu sein. Dass dann diese neue Frau auf mich aufpasst. Wir haben sie schon ein paar Mal besucht. Ja sie ist ganz nett, aber sie interessiert mich nicht wirklich, so lange Frauchen dabei ist.
Dann kam ein Tag, an dem ich mit dieser Frau ein paar Stunden alleine bleiben musste. Zum Glück hat das nicht so lange gedauert. Ich hatte nicht wirklich Stress damit, ich konnte auch einigermaßen entspannt rumliegen und warten, aber begeistert war ich nicht.
Diese Woche haben wir diese neue Frau zu uns nach Hause geholt. War mir auch egal, so lange Frauchen da war. Aber die war dann gar nicht mehr lange da. Die hat sich verabschiedet und war weg. Da war ich dann mit dieser Frau alleine. Fand ich zunächst etwas verwirrend, aber ich war ja zuhause und die Frau hat mich ziemlich in Ruhe gelassen. Die hat eh die Ruhe weg. Ich glaub, die regt nichts auf.
Am Samstag hats geregnet. In einer Regenpause hab ich ihr kurz die Siedlung zeigen wollen. Aber als ich alles Pipi los war, wollte sie auch schon wieder zurück. Sie hätte "Knie"! OK, mir auch egal.Sie hat sich hingesetzt und gelesen, dann kann ich mich auch enspannt hinlegen. Frauchen wird schon zurückkommen.
Ich liege wo ich will, wie immer. Mal dicht bei ihr, mal irgendwo anders. Irgendwann mochte ich auch essen. Wenn ich was gehört habe, hab ich die Frau angeschaut: "Hast du das gehört?" Ja, sagte sie dann, alles ist gut.
So ging der Samstag dann vorüber. Mitten in der Nacht wollte sie noch mal raus sich in der Siedlung umgucken. Hab ich die Gelegenheit genutzt, noch mal schnell zu pieseln.
Zuhause waren wir gerade beide auf unseren Schlafplätzen, da gibts draußen einen fürchterlichen Knall. Ich hab mich erschreckt, bin hoch und stand im Flur vor der Wohnungstür.
"Gott, wie ich das hasse!" sagte sie und stand auf. Alle Fenster hat sie geschlossen und dunkel gemacht. Aber das Knallen hat nicht lange gedauert. Da wollte sie dann wieder schlafen und schickt mich auf meinen Schlafplatz. "Es ist alles wieder gut, du kannst weiterschlafen."
Und ich? "Ich hab aber noch Angst. Darf ich bei dir schlafen?" - "Ja, klar. Geh hopp!" Und schwupps war ich auf ihren Bett, auf der Bettdecke und sie hat geguckt, wie sie irgendwie daneben passte. Ohne Bettdecke. Irgendwann wurde es mir aber zu warm (und ihr bestimmt zu kalt 😁) und Böller gabs auch nicht mehr, da bin ich auf meinen Schlafplatz gegangen.
Die Nacht war total ruhig. Sie musste bis morgens nicht mehr nach draußen, wir haben beide gut geschlafen. Am Morgen ging sie ins Bad. Als sie zurückkam und sich wieder hinlegen wollte, hab ich sie gefragt, ob ich noch mal zu ihr ins Bett dürfte. "Ja, klar. Komm hopp!" So lagen wir dann zusammen. Sie hielt meine Pfote und ich hab ihre Hand geschleckt. Bis mir wieder zu warm wurde.
Als sie angezogen war, ist sie als erstes mit mir rausgegangen. "Kannst du erst ein kleines Pipi machen. Danach muss ich dann erst einen Kaffee trinken und wenns dann aufhört zu regnen, gehn wir in den Wald." Guter Plan, dachte ich bei mir.
Im Wald wars sehr nass und matschig. Da fand sie plötzlich Wurst an einem Baum. "Oh, Beau, schau mal was hier ist. Kommst du da dran?" Klar komm ich da dran, wenn ich mich lang recke. Die Wurst war gut.
Absitzen auf einem Baumstumpf wurde auch mit Wurst belohnt.
Ein Stück weiter lagen lauter Wurststücke auf dem Waldboden und ich durfte die alle Suchen und essen. Eins hat sie mir geworfen, das hab ich gesehen. Aber die anderen lagen dann plötzlich alle so rum und ich musste sie suchen. "Gibs zu, du hast noch mehr Wurst in der Tasche," hab ich gesagt. "Ja, das stimmt, glaub ich," antwortete sie, "aber du musst erst ein Kacka machen. Jetzt ist erst mal Ende." Was "Ende" bei ihr heißt, weiß ich. Aber das Kacka war nach einer Weile dann auch erledigt. Auf dem Rückweg haben wir noch mal ein bisschen Wurst gefunden. Es hat nicht geregnet. Hatten wir Glück.
Vom Suchen und schnüffeln war ich dann auch müde und hab noch geschlafen. Dann ging plötzlich die Tür auf und Frauchen war mit ihren Freunden wieder da. Ich wurde gelobt, was ich für ein toller Hund wär, ich würde nicht an der Leine ziehen und sie hat sich so doll gefreut, dass ich bei ihr liegen mochte.
Ja, ich geb zu, ich mag die Frau jetzt. Die darf wiederkommen. Ich hab ihr das auch gesagt, indem ich mich einfach mal neben sie gestellt und mich an ihr Bein gedrückt habe. Hat sie sich auch gefreut.
Dann haben wir die Frau wieder zu ihrem eigenen Zuhause gefahren und alles war wieder wie immer.




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