17 April 2024

Beau: Hey Leute, ich hab eine Prüfung bestanden

 


Frauchen hat mich wieder zu der Sitterfrau gebracht. Am Montag. Heute ist Donnerstag. Donnerstag! Glaubts ruhig. So lange hat sie mich nicht abgeholt. Hätte ich das gewusst, hätte ich das nicht gewollt. Aber ich habs nicht gewusst. Und was soll ich euch sagen? Ich hatte eine ganz tolle Zeit bei dieser Frau.

Zugegeben: Der Montag war etwas gruselig, aber dafür kann die Frau nix. Es war so ein doller Sturm und der heulte durch das ganze Haus. Durch alle Flure und auch durch die Fahrkiste, die immer hoch und runter fährt. Aber ich hab rausgefunden, wo ich ganz sicher bin und ich mich nicht zu fürchten brauche: in der Küche der Frau. Immer wenn mich was erschreckte oder wenn ich was komisch fand, hab ich mich in der Küche hingelegt, bis es vorbei war. Die Frau hat mir zwar immer gesagt es sei "alles gut", aber ich fands besser, abzuwarten, ob das stimmt. 

Der lange Spaziergan am Nachmittag war auch stressfrei. Wir haben zwar Hunde getroffen, aber deren Leute haben immer aufgepasst, dass ich nicht belästigt wurde. 

Was sie nicht mehr mit mir gemacht hat, was ich auch sehr beruhigend fang: Mitten in der Nacht noch mal rauszugehen. MeinFrauchen hat ihr erzählt, dass ich mein Leben lang schon Angst im Dunkeln habe, ich würde dann eh nix machen, draußen. Aber ich könnte sehr lange das Pipi einhalten. Und weil das Wetter eh so scheußlich war, war die Frau glaube ich auch ganz froh, dass wir diesen Punkt fallen lassen können. Keine Nachtgassis mehr. 1:0 für mich!

Ich durfte, wie beim letzten Mal, zu ihr aufs Bett, wann immer ich wollte. Ich wollte immer nur abends kurz und morgens kurz. Ich weiß, dass ich auch aufs Bett darf, wenn sie nicht drauf liegt, aber dazu hatte ich nie wirklich Lust.

 
Die erste Nacht, war ganz ruhig. Draußen und im Haus, alles war ruhig, wir haben beide gut und fest geschlafen. Ich sogar so fest, dass ich wild geträumt und im Schlaf laut gebellt habe. Davon bin kurz aufgewacht, hab aber sofort weitergeschlafen.

Am Dienstag war das Wetter immer noch so nass. Davon ist sie nicht wirklich begeistert und drängelt nicht unbedingt auf lange Gassigänge. Wir haben trotzdem ein Regenloch gefunden und sind in den Wald gegangen. 

Ich hab "fliegen" gelernt. Da standen so dicke runde Steinklötzer rum, die oben drauf ganz platt sind. Ich musste auf einen draufhoppen und dann auf den anderen "fliegen". Die ersten Landungen waren unsauber. Ich bin vom Stein runtergerutscht. Aber dann hatte ich ganz schnell raus, was sie wollte und habs richtig gemacht. Gab Fleischwurst dafür.  Es gab auch wieder Fleischwurst an Baumrinden und die Pfoten auf einen hohen Balken draufzumachen, wurde auch belohnt. Aber so richtig im Wald drinnen durfte ich einfach nur schnüffeln, wo es was zu schnüffeln gab.

Später am Tag hat sie mir gegen Langeweile Leckerchen in ein Papprohr gesteckt. Irgendwie hab ich mich nicht getraut, das kaputt zu machen. Da hat sie mir einen Vortrag gehalten: "Die Leckerchen kommen da nicht von alleine raus. Du musst dafür schon aktiv werden und vielleicht auch mal die Zähne einsetzen. Tu nicht so, als wüsstest du nicht, wie man so was macht." OK, hab ich gesagt. Dann leg ich mal los. Ein paar Minuten später war der Auftrag dann erledigt, alles aufgegessen. Hat sie sich tierisch gefreut. Sie ist übrigens leicht glücklich zu machen und freut sich immer wie bekloppt, wenn ich verstanden habe, was sie will. 

 
Die zweite Nacht war es auch überall ruhig und wir haben gut geschlafen. 

 Am Mittwoch hat sie morgens gemerkt, dass ich dringender raus musste als am Dienstag. Hat sie sich schnell angezogen und wir haben ein "Vor-dem-Kaffee-Gassi" gemacht. Für mich war das sehr gut, denn ich musste dringend beides. Für sie sind diese vor-dem-Kaffee-Gassis nicht so gut. Sie braucht Kaffee um in den Tag zu starten.

Der Mittwoch war trockener als die beiden Tage vorher. Aber wir sind beim Waldgassi doch ein bisschen nass geworden. Und ich sehr schmutzig, denn der Wald war sehr matschig. Auf dem Rückweg haben wir aber ein Wasserloch gefunden, in dem ich gerne rumgesprungen wäre, aber sie lässt mich nicht von der Leine und angeleint ist das doof. Aber ich war danach ein bisschen sauberer.

Auf dem Hinweg in den Wald und auf dem Rückweg durfte ich wieder fliegen. Das ist eine tolle Sache, da haben wir beide richtig Spaß dran. Ich weils Fleischwurst gibt und sie, weil ich das so toll mache. Heute Nachmittag sogar mit 3 Steinen. Davon gibts leider keine Fotos, weil sie dann voll mit mir beschäftigt ist.


An anderer Stelle stehen dicke Rohre auf einem hohen Sockel. Ich musste auf den Sockel hoppen und dann um die Rohre rumlaufen. Dabei hab ich den Fehler gemacht, zu früh runterzuspringen, aber das galt nicht. Musste ich wieder hoch und das neu machen. Dann gabs Fleischwurst. Ballancieren auf einer Bank wurde auch belohnt.

Auf dem Heimweg kamen uns zwei große Schäferhunde entgegen mit nur einer Frau an der Leine. Wir sind stehen geblieben, ich wurde ganz kurz genommen und das reichte der anderen Frau, um die Straßenseite zu wechseln. Als wir auf gleicher Höhe waren, hat mich einer der beiden voll angeschnauzt und ist in seine Leine gesprungen. Da hab ich natürlich all meine gute Erziehung vergessen, bin meiner Frau vor die Füße gesprungen und wollte  zurückschnauzen. Da hält sie mir den Zeigefinger vor die Nase und sagt: "NEIN! DU nicht!" Hab ich mich etwas verwundert zurückgezogen. Da brüllen mich die beiden von der anderen Straßenseite noch mal zusammen an. Ich kann mich da einfach nicht beherrschen, hab zurückgebrüllt und bin meiner Frau wieder vor die Beine gesprungen. DAS kann sie anscheinend überhaupt nicht leiden, hat mich mit ihrem Bein in die Seite geknufft und wieder "DU lässt das sein! WEITER!"

OK, die anderen waren inzwischen eh an uns vorbei, kann ich auch aufhören damit.

Zuhause hat es plötzlich geschellt! "Conny kommt!" hat sie gesagt. Oh, Conny kommt? Wird das spannend? Ja, wurde es. Conny hat nämlich total leckere Jackentaschen. Wir haben alle drei auf dem Balkon gesessen. Die Frau und Conny haben Kaffee getrunken und ich hab den Hof beobachtet.

 


Am Mittwoch hab ich der Frau dann auch mal gesagt, dass ich sie toll finde und hab ihr mein "Männlein" gebracht.Wir haben zusammen dran rumgezerrt. Das Männlein hat jetzt nur noch einen Arm, aber es schreit nicht. Als ich angefangen habe, beim Spiel zu bellen, war das aber wohl falsch. Sie hat sofort aufgehört. "Nein, dann ist "ENDE"! 

Essen tu ich übrigens sehr gut. Wenn sie mir mein Futter hinstellt, esse ich es hintereinander auf. Trinken tu ich sehr wenig. Wohl draußen am Bach, aber zuhause macht sie mir Wasser ins Futter, weil ich nicht an den Wassernapf gehe. Nein, am Napf liegt es nicht. Ist nicht so als würde ich gar nicht draus trinken, aber die Frau findet es zu wenig. Mein Frauchen sagt aber, es sei alles normal und in Ordnung so. 

Heute waren wir schon für das letzte Gassi draußen. Bin gespannt, was ich  morgen erlebe. 

Und was war am Donnerstag los? Nicht mehr viel. Die Frau hatte seit dem Abend vorher bisschen Knie und will dem noch paar Wochen Zeit lassen, wieder richtig heile zu werden. Also kein Wald nur ein paar längere Runden in der Siedlung und am Sportplatz entlang. 

Dann war es zuhause unruhig. Sie holte den Heulbesen raus und lief immer hier hin und dorthin. Ich war die meiste Zeit auf dem Balkon und hab sie drinnen machen lassen. 

Aber DANN! Dann hörte ich unten eine Autotür. Was? Das klingt wie mein Beau-Mobil! Und da, die Frau da unten läuft wie mein Frauchen. Und Tatsache, ein paar Minuten später kam sie in die Wohnung. 

Oh mein Gott, was musste ich mich aufregen und bellen und mich bei ihr beschweren, dass sie so lange weg war und mich kraulen lassen und Wasser trinken und wieder zu ihr und um sie rumspringen, dass ich sie fast umgeschmissen hätte.

Und was machen die beiden? Einen neuen Termin. Dass ich Pfingsten schon wieder bei der Frau sein soll. Näää, ne? 

Frauchen hat alle meine Sachen gepackt, auch das halbtote Männlein und ist mit mir rausgegangen. Verabschieden? Ich? Von wem denn? Ich hab jetzt keine Zeit. Ich muss Frauchen nach Hause bringen. 


 

 


 


 


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